Kampagne des Schweizer Heimatschutzes: Aufschwung – Die Architektur der 50er Jahre

Samstag, 23. Juni 2007

Ehem. Gemeinschaftshaus der BBC, Baden AG (heute Berufsfachschule BBB): Das 1954 von Armin Meili erbaute ehemalige Gemeinschaftsgebäude der Brown, Boveri & Cie. ist ein wichtiger Vertreter der Nachkriegsarchitektur. Dank einer beispielhaften Sanierung und einem umsichtigen Umbau ist der typische Charakter des Gebäudes auch heute noch erlebbar.
Copyright: Historisches Archiv ABB Schweiz

Cinéma Le Plaza, Mont-Blanc Centre, Genf GE: Das 1952 erbaute Plaza (Architekt Marc-Joseph Saugey) ist mit 1250 Plätzen eines der schönsten und grössten Kinos der Schweiz. Es ist in gutem Zustand erhalten, aber leider seit einigen Jahren geschlossen.
Copyright: Archives Müller

Das Cinema Corso an der via Pioda in Lugano. Architekt: Rino Tami (1952-1956).
Copyright: Dario Galimberti

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Der Schweizer Heimatschutz (SHS) lanciert eine mehrjährige Kampagne zur Architektur der 50er-Jahre. Ziel ist es, einer breiten Öffentlichkeit die Baukultur der Nachkriegszeit näher zu bringen und die Augen für die schützenswerten Bauten dieser Epoche zu öffnen. Der offizielle Kampagnenstart wird heute in der Berufsfachschule Baden gefeiert, nachdem zuvor die Delegierten des SHS die Forderungen verabschiedet haben.

Baudenkmäler der Nachkriegszeit (1945 bis ca. 1965) werden zu wenig wahrgenommen. Oft gelten auch herausragende Bauten dieser Zeit lediglich als Ausdruck einer von Bauspekulation geprägten Epoche mit scheinbar fehlenden baukünstlerischen Ansprüchen. Das schlechte Image dieser Architektur führt zu unwiederbringlichen Verlusten, sei es durch unsensible Sanierungen oder gar Totalabbrüchen. Zwar steigt die Wertschätzung der Bauten aus der Zeit des Wirtschaftswunders in Fachkreisen zunehmend, der grösste Teil der Bevölkerung nimmt jedoch deren Qualitäten kaum wahr.

 

Mit der Kampagne "Aufschwung" legt der Schweizer Heimatschutz einen mehrjährigen Fokus auf die Architektur der 50er-Jahre. Mit diversen Aktionen (Veranstaltungen und Ausflüge, Fachtagungen, Publikationen etc.) wird die Baukultur der Nachkriegszeit einer breiten Öffentlichkeit näher gebracht. Zudem sollen Projekte, die in einem Zusammenhang mit Bauten jener Epoche stehen, vermehrt unterstützt und vorangetrieben werden.

 

An der heutigen Delegiertenversammlung des Schweizer Heimatschutz wurden die Forderungen zur Mehrjahreskampagne verabschiedet und damit der Startschuss zur Kampagne "Aufschwung" gegeben. Der SHS ruft insbesondere Bund, Kantone und Gemeinden auf, die Inventare schützenswerter Bauten mit Gebäuden nach 1945 zu ergänzen. Ziel der Kampagne ist es zudem, dank einer besseren allgemeinen Kenntnis das Bewusstsein für einen respektvollen Umgang mit dem baulichen Erbe der Nachkriegszeit zu stärken. Wie in den Bereichen Literatur, Musik und Film sollen auch in der Architektur die herausragenden Leistungen der 50er-Jahre als wichtiger kultureller Beitrag erkannt werden.

 

Die offizielle Lancierung der Kampagne erfolgt heute Nachmittag in der Berufsfachschule Baden in einem öffentlichen Rahmen. Das 1954 von Armin Meili erbaute ehemalige Gemeinschaftsgebäude der Brown, Boveri & Cie ist ein wichtiger Vertreter der Nachkriegsarchitektur. Dank einer beispielhaften Sanierung und einem umsichtigen Umbau ist der typische Charakter des Gebäudes auch heute noch erlebbar. Für den Kampagnenstart nimmt der SHS die Bevölkerung mit auf eine Zeitreise. Mit Möbeln und Accessoires aus den 50er-Jahren und einer Erfrischung ganz im Stil jener Zeit, lädt der Verband die Besucherinnen und Besucher ein, sich für die Baudenkmäler der jüngsten Vergangenheit einzusetzen.

 

Rückfragen:

Schweizer Heimatschutz, Karin Artho, 044 254 57 00

 

 

P.S.: Am Samstag, 30 Juni 2007 findet in Genf die Kampagnenlancierung für die Westschweiz statt. Der Anlass wird begleitet von einer Fachtagung zum Thema der Nachkriegsarchitektur sowie diversen Filmvorführungen.